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Kultursommer 2026
Die Sterne und das All inspirierten Künstlerinnen und Künstler seit jeher zu Fantasien und Utopien. In Zeiten der Klimakrise gewinnt das Thema in der Kunst an Aktualität, wie die neue Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt.
Ganz in sich versunken schaut die junge Frau durchs Fenster auf den hellen Vollmond – den Blick voller Sehnsucht. Vor ihr liegt auf der Fensterbank eine Ausgabe von Goethes „Werther“. Seit der Spätromantiker Johann Peter Hasenclever diese Szene 1846 auf die Leinwand malte, hat sich die Welt grundlegend verändert. Aus der Sehnsucht ist mittlerweile Realität geworden: Menschen fliegen zum Mond.
Dennoch ist der Kosmos nach wie vor ein Ort, der als Projektionsfläche für Sehnsüchte und Träume dient. Weltraumtourismus und Fantasien von der Besiedelung anderer Planeten treffen jedoch heute auf die Sorge um den verletzlichen Zustand der Erde. Die Ausstellung „Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne“ zeigt, wie sich diese Ängste und Hoffnungen in der Kunst spiegeln.
Zu sehen sind bis zum 10. Januar 2027 insgesamt 89 Arbeiten aus Malerei, Skulptur, Fotografie sowie Video- und Rauminstallationen von der frühen Moderne bis in die Gegenwart. Darunter sind Werke von Künstlern wie Carl Spitzweg, Joan Miró, Max Ernst, Thomas Ruff oder Dominique Gonzalez-Foerster. Einige aktuelle Arbeiten wurden eigens für die Ausstellung in Rolandseck geschaffen.
Die Ambivalenz des Themas verkörpert die glühende Sonne der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Sieverding, die den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet. Die Videoarbeit „Die Sonne um Mitternacht schauen“ (2011-14), die auf 200.000 NASA-Aufnahmen basiert, zeigt die eruptiven Aktivitäten auf dem glühenden Feuerball. Die Sonne, der das Leben auf der Erde zu verdanken ist, zeigt hier zugleich ihre zerstörerische Kraft und weckt Assoziationen an die Erderwärmung.
Gleich darauf zeigt Klaus Staecks Plakatserie „Mietsache“ (1983) die Erde als Weltkugel, die im wahrsten Sinne des Wortes wie eine Zitrone ausgequetscht wird: Die Sorge um unseren Planeten als eine Grundkonstante der Moderne. Die Warnung, einmal einen Schritt zurückzutreten und den Sinn des Strebens in den Weltraum zu überdenken, wird etwa bei Sylvie Fleury deutlich, deren silberfarbenes Stoff-Objekt „First Spaceship on Venus“ (1999) erschlafft in der Ecke liegt.
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