Anreisser Neu
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George Stutz, Redaktor
Schocknachricht für Wintis Gastronomie: Der Strauss schliesst per sofort! Und schon werden es einige wieder einmal besser wissen im Sinne von «ich hab das kommen sehen». Blödsinn. Wie auch am Talk des ProdegaJubiläums erwähnt, kommt die Breite der Gastronomie spätestens seit den Lockdowns nicht mehr richtig in Schwung. 62 Prozent aller Gastrobetriebe schreiben keine schwarzen Nullen mehr. Wohl müssen sich einige davon an der eigenen Nase nehmen, die meisten aber bieten den Gästen Erlebnisgastronomie mit Herzblut, schönem Ambiente, toll zubereiteten Menüs, freundlichem Personal. Reichen tuts trotzdem nicht. Und dies geht sodann auf Kosten attraktiver Arbeitsplätze, anständiger Entlöhnung, angenehmer Atmosphäre. Schuld daran sind primär die Kosten. Mietkosten, steigende Betriebskosten, immer teurere Lebensmittel plus die Personalkosten stehen schwindenden Umsätzen durch ausbleibende Kundschaft gegenüber. Völlig übertriebene Zeitungsmeldungen, wie selbst ab und zu ein Glas Rotwein täglich könne Krebs erzeugen und die üblichen Gesundheitsapostel tragen zusätzlich zu den Schwierigkeiten bei. Gefordert ist vor allem auch die Politik. Vom Beizer oder Lieferanten, der aufgrund einer fragwürdigen Verkehrspolitik im Stau stecken bleibt, bis zu städtischen Vorschriften für stylische, plastiklose Gartenmöbel (gleichzeitig stellt die Stadt wie aktuell die Gassen mit hässlichen «Slow Town»-Kunststoffschildern zu) sind Auflagen, die in der Summe der Gastronomie zusätzlich zusetzen. Wird nichts getan, gehen weitere Lehrstellen verloren, verschwinden noch weitere Traditionsbeizen, bleiben nur noch lieblose Fastfoodlokale, Stehimbissbuden. Wollen wir das? Nein, gleichbedeutend mit einem Aufruf, die (noch) grosse Vielfalt der Winterthurer Gastronomie doch vermehrt mit einem genussreichen Besuch zu berücksichtigen.
George Stutz, Redaktor Winterthurer Zeitung
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